der-konsum-von-cannabis-setzte-mir-zu-119166496Cannabis als letzte Hoffnung für schwer erkrankte Patienten? Ein Gericht in Deutschland hat jetzt entschieden, dass es Menschen, die so schwer erkrankt sind, dass es keine Alternativtherapien mehr gibt, erlaubt ist, Hanfsamen zum Eigengebrauch zu züchten und unter ärztlicher Aufsicht zu konsumieren. Diese Regelung ist ein Durchbruch für viele Patienten, denn die bisherige Gesetzgebung ist in Deutschland relativ strikt und der Cannabiskonsum ist untersagt. Dies galt auch für Patienten, bei denen eine Cannabistherapie erfolgversprechend ist, wie zum Beispiel bei diversen Krebsarten, den Autoimmunerkrankungen Morbus Crohn und Multiple Sklerose sowie in der Therapie zur Schmerzbehandlung und Unterdrückung diverser Symptomatiken, beispielsweise beim Tourette-Syndrom.

In der Vergangenheit waren alle Anträge von Ärzten und Patienten vom Bundesministerium für Gesundheit abgelehnt worden, die neue Bestimmung könnte zeigen, dass man bereit ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine befriedigende Lösung für Ärzte und Patienten zu finden. Selbstverständlich gibt es bereits diverse Derivate, wie chemisch hergestelltes Tetrahydrocannabinol, jedoch sind die Marktpreise so hoch, dass sich diese kaum einer leisten kann. Außerdem, so betont der federführende Rechtsanwalt der Kanzlei Menschen und Rechte, Dr. Oliver Tomlein, “können solche Derivate das echte Cannabis nicht ersetzen, durch die Alternativtherapie müssen die Patienten lediglich weniger konsumieren, um den gleichen Effekt zu erzielen”. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist übrigens noch nicht endgültig, da noch weitere Beschwerden und Anliegen vorliegen. Experten gehen aber nicht davon aus, dass diese noch einen deutlichen Effekt auf die Entscheidung haben werden.